· 

Kirche in der Schule?

Definition des Begriffes "Konzeption" für den Religionsunterricht: 

 

„Wenn einzelne Begründungen für religiöses Lernen zur Idee hinter einem größeren Zusammenhang werden, der auch weitere Rahmenbedingungen bedenkt, dann sprechen wir von einer Konzeption.[2] Daher gelten religionspädagogische Konzeptionen – laut Grümme, Lenhard und Pirner

 

„als umfassend in Theorie und Praxis von der Religionsdidaktik ihrer Zeit geprägt, lokalisieren sich im Raum einer bestimmten theologischen und pädagogischen Strömung, haben bestimmte institutionelle wie organisatorische Auswirkungen auf den Religionsunterricht, setzen ein bestimmtes Lehrer- und Schülerbild voraus und prägen so Lehrpläne, Religionsbücher und Unterrichtspraxis. Zudem spiegeln sie auch gesellschaftliche Konstellationen und kulturelle Trends.“[3]

 

Oft sind Konzeptionen „historisch [...] erst im Nachhinein erkennbar.“[4]

 

Beispiele für religionspädagogische Konzeptionen sind: die Evangelische Unterweisung, der Hermeneutische Religionsunterricht, der Thematisch-problemorientierte Religionsunterricht, die Korrelationsdidaktik etc. Auch die Symboldidaktik wird den religionspädagogischen Konzeptionen zugeordnet, wird aber zugleich – insbesondere in ihrer Erweiterung zur Symbolisierungs- und Zeichendidaktik – auch als fachdidaktische Perspektive genutzt.

 

Die Auseinandersetzung mit den religionspädagogischen Konzeptionen kann Religionspädagogen helfen, gängige Methoden des Religionsunterrichts auch historisch zu kontextualisieren: z.B. lassen sich die Methoden Singen, Beten und Erzählen der Konzeption der Evangelischen Unterweisung zuordnen, die Methode der historisch-kritischen Exegese dem Hermeneutischen Religionsunterricht, sämtliche Methoden zur Gesprächsführung bzw. Diskussionen dem Thematisch-problemorientierten Religionsunterricht und die Bildbetrachtung der Symboldidaktik etc.. Dabei müssen jedoch weder die Ziele oder Begründungsstrukturen der jeweiligen historischen Konzeptionen übernommen werden.

 

Doch es gilt zu bedenken, dass die Zeit der großen religionspädagogischen Konzeptionen vorbei ist.[5] Dennoch bleibt das Wissen um die Konzeptionen weiter wichtig, um die gegenwärtigen religionsdidaktischen Ansätze, die oftmals eine Weiterentwicklung oder Modifizierung der Konzeptionen darstellen, nachvollziehen zu können.

Im nächsten Newsletter erfolgt die Unterscheidung im Hinblick auf eine gegenwärtige fachdidaktische Perspektive. Hier kannst du dich für den Newsletter anmelden.


[1] Vgl. Bernhard Grümme/Hartmut Lenhard/Manfred Pirner, Religionsunterricht neu denken? Zur Einführung, in: Bernhard Grümme/Hartmut Lenhard/Manfred Pirner (Hrsg.), Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansätze und Perspektiven der Religionsdidaktik, 9-13.

[2] Joachim Kunstmann, Religionspädagogik. Eine Einführung, Tübingen/Basel 2004, 49.

[3] Grümme/Lenhard/Pirner, Religionsunterricht neu denken?, 10-11.

[4] Joachim Kunstmann, Religionspädagogik. Eine Einführung, Tübingen/Basel 2004, 49.

[5] Vgl. Grümme/Lenhard/Pirner, Religionsunterricht neu denken?, 10-11.

 

Evangelische Unterweisung - neu entdeckt...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0